Immer mehr Anbieter werben mit „Website ab X Euro im Monat, keine Startkosten“. Für viele kleine Betriebe klingt das ideal: kein großer Betrag auf einmal, kein Technikstress, ein Ansprechpartner.
Das kann es auch sein. Es kann aber auch eine Falle werden, wenn man nicht genau hinschaut. In diesem Artikel erfährst du, worin sich Mieten und Kaufen wirklich unterscheiden, was beides über drei Jahre kostet und welche acht Punkte du in jedem Vertrag prüfen solltest.
Transparenzhinweis: Klairity bietet beide Modelle an. Unsere Konditionen stehen im Rechenbeispiel, damit du sie mit anderen Angeboten vergleichen kannst.
Kurzantwort: Ist es besser, eine Website zu mieten oder zu kaufen?
Mieten lohnt sich, wenn du keine Startkosten stemmen willst, dich um nichts kümmern möchtest und die Website vor allem in den nächsten ein bis zwei Jahren funktionieren muss. Kaufen lohnt sich, wenn du die Website mehrere Jahre nutzen willst, Wert auf Eigentum legst und flexibel beim Anbieter bleiben möchtest.
Egal wofür du dich entscheidest: Die Domain sollte immer auf deinen Namen registriert sein. Und du solltest vorher wissen, was mit der Seite passiert, wenn du kündigst.
Was heißt „Website mieten“, was heißt „kaufen“?
| Website mieten | Website kaufen | |
|---|---|---|
| Startkosten | keine oder gering | einmaliger Baupreis |
| Monatlich | höherer Festbetrag (Bau + Betrieb) | kleinerer Betrag (nur Betrieb) |
| Eigentum | meist beim Anbieter | bei dir |
| Bei Kündigung | Seite geht meist offline | Seite bleibt dir |
| Betreuung | im Preis enthalten | separat oder als Paket |
| Mindestlaufzeit | häufig 6 bis 36 Monate | beim Kauf keine, Hosting meist monatlich kündbar |
Mietangebote beginnen am Markt bei rund 70 € im Monat: In unserem Marktcheck starteten drei von vier Abo-Anbietern bei „ab 69 € im Monat“, meist netto zuzüglich Umsatzsteuer. Mehrere schließen eine Übernahme der Website bei Kündigung ausdrücklich aus oder nennen dafür keinen Preis: Die Seite bleibt ihr Eigentum, du behältst nur Domain, Texte und Fotos.
Website mieten: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Keine Startinvestition. Gerade für Gründer oder Betriebe mit knapper Liquidität ein echtes Argument.
- Planbare Kosten. Ein Betrag pro Monat, keine Überraschungsrechnungen.
- Rundum-Betreuung. Updates, Sicherheit, Backups und oft auch kleine Änderungen sind enthalten.
- Steuerlich einfach. Die Monatsbeiträge sind in der Regel laufende Betriebsausgaben. (Für deinen Fall fragst du am besten deine Steuerberatung.)
Nachteile
- Abhängigkeit. Die Website gehört meist nicht dir. Wechselst du den Anbieter, fängst du oft von vorne an.
- Über die Jahre teurer. Du bezahlst den Bau der Seite immer wieder mit, auch wenn er längst abbezahlt ist.
- Lange Laufzeiten. Verträge über 24 oder 36 Monate sind keine Seltenheit, manche verlängern sich automatisch.
- Unklare Leistungsgrenzen. „Änderungen inklusive“ kann alles heißen, von einer Telefonnummer bis zur neuen Unterseite.
Website kaufen: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Eigentum. Die Website gehört dir. Du kannst den Anbieter für Hosting und Pflege wechseln, ohne neu zu bauen.
- Langfristig günstiger. Nach dem Bau zahlst du nur noch den Betrieb.
- Volle Kontrolle. Du entscheidest, wann und wie die Seite weiterentwickelt wird.
Nachteile
- Startkosten. Je nach Anbieter zwischen einigen Hundert und mehreren Tausend Euro (siehe Was kostet eine Website für KMU?).
- Betrieb nicht automatisch geregelt. Wer kümmert sich um Updates, Sicherheit und Backups? Ohne Wartungsvertrag liegt das bei dir.
- Änderungen kosten extra, wenn sie nicht in einem Betreuungspaket enthalten sind.
Rechenbeispiel: Was kostet Mieten vs. Kaufen über drei Jahre?
Nehmen wir eine typische KMU-Website mit Startseite und vier Unterseiten. Für den Marktvergleich nutzen wir einen Mietpreis von 70 € im Monat und für den Kauf beim Freelancer 2.500 € plus 40 € Hosting und Pflege im Monat. Daneben stehen unsere eigenen Preise:
| Modell | Jahr 1 | Jahr 2 | Jahr 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Miete am Markt (70 € / Monat) | 840 € | 840 € | 840 € | 2.520 € |
| Kauf beim Freelancer (2.500 € + 40 € / Monat) | 2.980 € | 480 € | 480 € | 3.940 € |
| Klairity Website-Abo (49 € / Monat) | 588 € | 588 € | 588 € | 1.764 € |
| Klairity Festpreis (435 € + 25 € / Monat Hosting, optional) | 735 € | 300 € | 300 € | 1.335 € |
Miete am Markt: Beispielwert aus unserem Marktcheck (Oktober 2026, „ab 69 €“ netto). Freelancer: Beispielwert innerhalb der Spannen von sellwerk und Rheinspace (2026). Marktpreise verstehen sich meist netto, Klairity berechnet nach § 19 UStG keine Umsatzsteuer. Konkrete Angebote können abweichen.
Zwei Dinge fallen auf:
- Mieten ist im ersten Jahr fast immer günstiger. Ab dem zweiten Jahr holt der Kauf auf.
- Der Abstand hängt vom Baupreis ab. Bei 2.500 € Baupreis und 40 € Betrieb holt der Kauf die Miete von 70 € erst nach rund sieben Jahren ein. Über drei Jahre ist hier also Mieten günstiger. Kostet der Kauf dagegen nur einige Hundert Euro, rechnet er sich schon nach gut einem Jahr.
Bei uns bekommst du beide Wege ohne Kleingedrucktes: Im Abo startest du ohne Investition, beim Festpreis gehört dir die Website ab dem ersten Tag. Hosting und Pflege sind beim Festpreis optional.
Was das Recht zu Website-Mietverträgen sagt
Viele Website-Mietverträge sind sogenannte Internet-System-Verträge: Ein Anbieter erstellt die Website, hostet sie und betreut sie über eine feste Laufzeit. Der Bundesgerichtshof hat sich mehrfach mit solchen Verträgen beschäftigt:
- BGH, Urteil vom 4. März 2010 (III ZR 79/09): Ein Internet-System-Vertrag ist rechtlich ein Werkvertrag.
- BGH, Urteil vom 27. Januar 2011 (VII ZR 133/10): Bei einem solchen Vertrag mit 36 Monaten Mindestlaufzeit durfte der Kunde jederzeit kündigen (damals § 649 BGB, heute § 648 BGB). Der Anbieter behält aber seinen Anspruch auf die vereinbarte Vergütung und muss sich nur anrechnen lassen, was er durch die Kündigung spart. Für die schon erbrachten Leistungen zählt dabei ihr Anteil an der Gesamtvergütung, nicht die Summe der bisher gezahlten Raten.
Was heißt das praktisch? Eine lange Laufzeit ist nicht automatisch eine Falle ohne Ausweg. Eine vorzeitige Kündigung kann aber teuer werden. Der Bau der Website passiert am Anfang, bezahlt wird er über die Monatsraten. Kündigst du früh, darf der Anbieter den Bau voll abrechnen, auch wenn deine bisherigen Raten ihn noch nicht gedeckt haben. Für die noch offenen Monate darf er die Vergütung abzüglich seiner Ersparnis verlangen, muss diese Ersparnis aber konkret darlegen.
Das ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Ob deine Vertragsklauseln wirksam sind, hängt vom genauen Vertrag ab. Bei einem Streitfall lohnt sich ein Blick von Anwältin oder Anwalt.
Der 8-Punkte-Vertragscheck vor dem Unterschreiben
Mindestlaufzeit und Verlängerung
Kündigungsfrist
Wem gehört die Domain?
Was passiert mit der Website bei Kündigung?
Was passiert mit deinen Inhalten?
Was heißt „Änderungen inklusive“?
Preiserhöhungen
E-Mail-Postfächer
Wann passt was?
Mieten passt zu dir, wenn …
- du jetzt eine ordentliche Website brauchst, aber kein Budget für den Bau einplanen willst,
- du dich um nichts Technisches kümmern möchtest,
- du ohnehin regelmäßig kleine Änderungen brauchst (Öffnungszeiten, Angebote, Team),
- dein Betrieb gerade startet oder sich noch stark verändert.
Kaufen passt zu dir, wenn …
- du die Website mindestens drei Jahre nutzen willst,
- dir Eigentum und Unabhängigkeit wichtig sind,
- du das Startbudget hast,
- du Änderungen selten brauchst oder selbst machen kannst.
Unsicher, ob du überhaupt bauen lassen oder lieber selbst bauen solltest? Dann lies unseren Vergleich Baukasten, Agentur oder KI-Webdesign.
Fazit: Nicht das Modell entscheidet, sondern der Vertrag
Mieten und Kaufen sind beides gute Wege zu einer professionellen Website. Problematisch wird es nur, wenn die Bedingungen unklar sind: wenn die Domain dem Anbieter gehört, die Laufzeit sich still verlängert oder die Seite bei Kündigung ohne Übernahmemöglichkeit verschwindet.
Rechne beide Modelle über drei Jahre, geh den 8-Punkte-Check durch und lass dir die Antworten schriftlich geben. Dann triffst du eine Entscheidung, die du auch in drei Jahren noch gut findest.
Mieten oder kaufen? Erst siehst du, was du bekommst.
Du machst gute Arbeit. Mit der passenden Website sehen das auch neue Kunden auf den ersten Blick. Sieh dir kostenlos an, wie deine aussehen kann.
Quellen
- BGH, Urteil vom 04.03.2010, Az. III ZR 79/09 (Internet-System-Vertrag als Werkvertrag)
- BGH, Urteil vom 27.01.2011, Az. VII ZR 133/10 (Kündigungsrecht und Vergütung beim Internet-System-Vertrag), Volltext
- Eigener Marktcheck: Preise, Laufzeiten und Übernahmeregeln von vier Website-Abo-Anbietern, Stand Oktober 2026
- Rheinspace: Website erstellen lassen: Kosten 2026, 9. Juni 2026
- sellwerk: Was kostet eine Website für KMU?, 17. August 2026
FAQ: Häufige Fragen
Was kostet es, eine Website zu mieten?
Mietangebote für Unternehmenswebsites beginnen am Markt bei rund 70 Euro im Monat, meist ohne Startkosten. Umfangreichere Websites mit mehr Seiten oder Funktionen kosten entsprechend mehr. Achte auf Mindestlaufzeit, Kündigungsregeln und was an Änderungen enthalten ist.
Wem gehört eine gemietete Website?
In den meisten Mietmodellen bleibt die Website Eigentum des Anbieters. Deine Domain, Texte, Fotos und dein Logo gehören aber dir. Manche Anbieter erlauben eine Übernahme der Website gegen eine einmalige Zahlung, das sollte dann schriftlich im Vertrag stehen.
Kann ich einen Website-Mietvertrag vorzeitig kündigen?
Der Bundesgerichtshof hat Internet-System-Verträge als Werkverträge eingeordnet, bei denen der Kunde grundsätzlich jederzeit kündigen kann (BGH, VII ZR 133/10). Der Anbieter darf dann aber die vereinbarte Vergütung verlangen, abzüglich dessen, was er durch die Kündigung spart. Gerade bei einer frühen Kündigung kann das deutlich mehr sein als die bisher gezahlten Raten. Ob das für deinen Vertrag gilt, hängt vom Einzelfall ab, das ist keine Rechtsberatung.
Was passiert mit meiner Domain, wenn ich kündige?
Wenn die Domain auf dich registriert ist, nimmst du sie mit und lässt sie einfach auf die neue Website zeigen. Ist sie auf den Anbieter registriert, brauchst du seine Mitwirkung für den Umzug. Deshalb solltest du vor Vertragsschluss darauf bestehen, selbst als Inhaber eingetragen zu sein.
Ist mieten oder kaufen auf Dauer günstiger?
Mieten ist im ersten Jahr fast immer günstiger. Ob sich Kaufen später rechnet, hängt vor allem vom Baupreis ab: Bei einem günstigen Kauf oft schon nach gut einem Jahr, bei einem Baupreis von 2.500 € und einer Miete von 70 € im Monat erst nach rund sieben Jahren.
Kann ich eine gemietete Website später kaufen?
Das hängt vom Anbieter ab. Manche schließen es aus, andere bieten eine Übernahme gegen eine Einmalzahlung an. Bei Klairity gibt es keine Übernahme aus dem Abo: Wer die Website besitzen will, wählt den Festpreis von 435 €. Dann gehört sie dir ab dem ersten Tag.
Was ist ein Internet-System-Vertrag?
So nennt man Verträge, bei denen ein Anbieter eine Website erstellt, hostet und über eine feste Laufzeit betreut. Der Bundesgerichtshof hat sie als Werkverträge eingeordnet (BGH, III ZR 79/09).
Bleiben meine E-Mail-Adressen bei einem Website-Wechsel erhalten?
Ja, wenn deine Postfächer bei einem eigenen E-Mail-Anbieter liegen und beim Umzug nur die Einträge für die Website geändert werden. Lass dir vom neuen Anbieter bestätigen, dass die Einträge für E-Mail (MX-Einträge) nicht angefasst werden.